Wie lassen sich Wissenschaft, Storytelling und TikTok verbinden – und was hat das mit uns zu tun? Auf der Tagung „Wissenschaftskommunikation auf TikTok: Forschung und Praxis“ an der TH Köln konnten wir als Studierende miterleben, wie eng unsere Studieninhalte mit realen Projekten, Karrierewegen und aktuellen Debatten rund um Social Media verzahnt sind. Außerdem haben wir selbst eine wichtige Rolle eigenommen: Irgendwer musste die Tagung ja schließlich auf TikTok begleiten!
Die Tagung „Wissenschaftskommunikation auf TikTok: Forschung und Praxis“ hat uns gezeigt, wie nah unser Studiengang Online-Redaktion an aktuellen Entwicklungen in Social Media, Wissenschaft und Gesellschaft dran ist. Zwei Tage lang ging es an der TH Köln darum, wie sich Forschung und Bildung auf TikTok so erzählen lassen, dass sie in der TikTok-Zielgruppe ankommen.
Tag 1: Fakten und Faktenfallen
Nach Ankunft, Mittagessen und Begrüßung startete der erste Tag mit einer Keynote, die den Rahmen für die zweitägige Auseinandersetzung mit TikTok als Wissensplattform absteckte: Annette Leßmöllmann stellte die Frage, ob wir „In der Faktenfalle?!“ stecken und wie eine selbstbewusste WissKom aussehen muss. Anschließend beleuchtete Anna Kira Hippert (@sugar.kane.2003), wie durch parasoziale Beziehungen Wissen legitimiert wird – ein Schlüsselmechanismus für religiöse Themen auf TikTok und Instagram. Die Immunologin Elisabeth Jurack (@doc_elli) teilte ihre Erfahrungen aus zwei Jahren TikTok und gab uns Einblicke in den Balanceakt zwischen wissenschaftlichen Fakten und Logik der Plattform. Richtig nachdenklich hat uns der Vortrag von Iris Groschek (@neuengamme.memorial) gemacht: „POV Holocaust? Wie ich als KZ-Gedenkstätte ein Publikum auf Tik Tok erreichen kann“. Das ist WissKom, die Mut und Mediengeschick erfordert!
Am Abend standen dann ein paar Studierendenprojekte im Mittelpunkt, die im letzten Semester bereits durchgeführt wurden: Unter dem Titel „TikTok erforschen, Wissenschaft erleben – von der Plattform zur Methode“ wurden Lehrforschungsarbeiten aus den Studiengängen Online-Redaktion und Bibliothek und digitale Kommunikation vorgestellt, die zeigen, wie man TikTok als Forschungsgegenstand und als Werkzeug nutzen kann. Das zeigt, dass unser Studium nicht nur Inhalte vermittelt, sondern uns aktiv in aktuelle Diskurse einbindet – und dass wir schon während des Studiums Formate ausprobieren können, die später beruflich relevant sind.
Tag 2: von A wie „Analyse der Covid-Desinformation“ bis Z wie „Screen als Zeigfeld“
Der zweite Tag begann mit Kaffee und Sessions, in denen es noch konkreter um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit TikTok als Plattform ging. Lena Zils von der Uni Münster gab uns eine vertiefende Analyse zur Covid-Desinformation auf sozialen Medien – wichtiges Wissen für angehende Online-Redakteur*innen, die Faktencheck und Community-Management betreiben wollen. Anne Maren Feldhof berichtete vom Projekt MPower, das unter anderem Gender-Aspekte und Hasskommentare auswertet, die Mit-Initiatorin Eva Grommes unter @energiewende.erklaert auf TikTok und Instagram erreichen. Dann fragte Joachim Allgaier sich und uns, welche Rolle die Haushalts- und Ernährungswissenschaften auf TikTok und Instagram spielen. Gleich drei Vorträge beschäftigten sich mit den Formaten, die die Plattformen vorgeben: Von einem Überblick über Public Engagement mit wissenschaftlichen Kurzvideos (Birte Kuhle) über den Screen als Zeigfeld (Simon Meier-Vieracker, @fussballinguist) bis hin zu TikTok-Livestreams als digitale Diskursräume für Wissenschaftskommunikation und Partizipation (Anica Luggen-Hölscher).
Den krönenden Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit bekannten Gesichtern wie Jan Glima (@jan.glima), Dani | scienceitch (@scienceitch) und Sharin Santhiraraja-Abresch (@sharin.san_ab) von MaithinkX. Zu hören, was die Profis berichten, die den Plattform-Alltag kennen, war Gold wert.
Begleitung auf TikTok
Wir, 13 Studierende aus dem sechsten Semester, haben die Tagung mit dem Account @wisskom2go auf TikTok begleitet und damit selbst Wissenschaftskommunikation in Echtzeit ausprobiert. Während der Vorträge und in den Pausen haben wir Vortrags-Snippets produziert, Mini-Interviews aufgenommen und Formate getestet, die wissenschaftliche Inhalte in unter einer Minute verständlich machen. Die entstandenen Kurzvideos sind auf dem eigens eingerichteten Kanal @wisskom2go abrufbar und werden in den kommenden Tagen auch über den Instagram-Account des Studiengangs @or_koeln ausgespielt, wodurch Reichweite und Nachhaltigkeit der Tagungskommunikation weiter erhöht werden.
Forschung trifft Praxis – auch für unsere Jobs
Für uns als angehende Online-Redakteur*innen war die Tagung ein Reality-Check: In und mit einer Social-Media-Plattform zu arbeiten heißt auch, Verantwortung für Kontext, Tonalität und Bildsprache zu übernehmen – gerade wenn es um Geschichte, Wissenschaft oder Gesundheit geht. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, Plattformlogiken, Desinformation, Zielgruppenansprache und Interaktionsformen kritisch zu reflektieren. Wer sich für den Studiengang Online-Redaktion interessiert, sieht hier exemplarisch, wie theoretische Inhalte, Forschung und praktische Social-Media-Arbeit zusammenkommen können – inklusive der Chance, selbst Teil solcher Tagungen zu sein und sie aktiv mitzugestalten.
Förderung
Diese Tagung wurde im Rahmen des Projekts PLan_CV durchgeführt und gefördert. Innerhalb der Bund-Länder-Förderung FH-Personal wird das Projekt PLan_CV mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) gefördert (Förderkennzeichen 03FHP109).Bildquelle: Julian Huke
Dieser Text wurde mit Hilfe von Perplexity AI und Gemini AI geschrieben.
Das war ein Projekt-Einblick aus dem Wahlpflichtfach im 6. Semester
Die Begleitung der Tagung „Wissenschaftskommunikation auf TikTok“ wurde von folgenden Studierenden auf die Beine gestellt: Corinna Köpke, Lisanne Krill, Theresa Lindner, Elena Nasini, Lisa Nenner, Merlyn Robert, Antonia Schebera, Sanne Schneider, Samira Silber, Lena Spagert, Kai Spleiter, Alea Weimann und Sezer Yilmaz. Die Projektleitung machten Amelie Duckwitz und Miriam Schmitz.




